Versiegelung von Agrarfläche zerstört unsere Lebensgrundlage

Vortrag von Dr. Günther Lißmann am 12. Mai 2019 um 15 Uhr


 

Dr. Günther Lißmann (Jahrgang 1952) bewirtschaftete den elterlichen Hof, studierte Agrarwissenschaften und war von 1985 bis 2017 Dezernatsleiter für Landwirtschaft in der hessischen Agrarverwaltung. In seiner Zuständigkeit, den Belang Landwirtschaft bei den öffentlichen und privaten Flächeninanspruchnahmen zu vertreten, wurde ihm schon früh klar, dass die rasant zunehmende Agrarflächenzerstörung national und international eine existenzielle Gefahr für die gesamte Menschheit bedeutet.

 

Sein Credo: „Wenn folgende Generationen auf der Erde Leben wollen, müssen wir heute den Boden konsequent schützen.“

Mehr zum Vortrag:

Wir leben von dem was auf den Äckern wächst. Ohne funktionsfähige gesunde Böden zerstören wir die Basis für Nahrungsmittelerzeugung, nachwachsende Rohstoffen sowie den Boden als Trinkwasserreservat, CO2 Speicher und als Träger der Biodiversität.

 

Wertvolle Böden sind konsequent zu schützen. Die Gegebenheit, dass die besten Ackerböden im Umkreis der großen Agglomerationszentren liegen, Ackerboden als Nahrungsmittellieferant gerade in den reichen Ländern keine Anerkennung findet, den geringsten naturschutzfachlichen Wert geniesst und bautechnisch ebene Ackerflächen die geringsten Erschließungskosten erfordern, darf nicht als Begründung für deren rücksichtslose Bebauung dienen.

 

Die weiterhin bejubelte Wachstumsphilosophie und die Prognose, dass im Jahr 2050 die Weltbevölkerung um weitere 30 % Menschen zulegt, lässt den Glauben an eine gesicherte Welternährung unter akzeptablen Umweltbedingungen schwinden. Jedes Bauprojekt, das großflächig Ackerböden beansprucht muss auf den gesellschaftlichen Prüfstand. Die Verantwortung der Politiker gilt nicht nur für die Legislaturperiode, sondern für die nächsten Generationen.

 

Die für ein glückliches Leben notwendigen Konsumgüter sind weitaus geringer, als der verschwenderische Luxuskonsum den ein Großteil der Menschen gerade in den reichen Ländern an den Tag legt.

 

Was wollen wir? Mit immer weiterem Konsumwachstum über die schon sichtbare Klippe rasen, oder Tempodrosselung und Kurswechsel zu nachhaltigem Wirtschaften innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten. Wir haben nur diese eine Erde.